Freitag, 7. August 2015

Der namenlose Tag (Mein Leseeindruck)

Oder:
Das Buch der Semikolone


Der namenlose Tag

von

Friedrich Ani

Gebunden, 301 Seiten
ISBN: 978-3-518-42487-2 


 
Inhalt:
Jakob Franck, ein pensionierter Kriminalhauptkommissar, ermittelt privat in einem 20 Jahre alten Selbstmordfall. Ein junges Mädchen hat sich im Park erhängt und der Vater besucht Jakob Franck weil er nicht an den Selbstmord seiner Tochter glaubt. Jakob Franck versucht die näheren Umstände des Todesfalles nach so langer Zeit zu ermitteln. Er hat eine besondere Methode, die er Gedankenfühligkeit nennt und die ihm schon zu seiner aktiven Zeit bei der Lösung von Mordfällen geholfen hat.



Mein Leseeindruck:
Jakob Franck kann seine alten, ungelösten Fälle nicht ruhen lassen. Seine Ehe ist darüber zu Bruch gegangen und jetzt sitzt er täglich mit den Todesopfern am Tisch und versucht immer noch Licht ins Dunkle zu bringen. Ein Mann, mit dem ich auch keine Ehe führen möchte. So richtig sympathisch ist er mir nicht geworden – eher gruselt es mich vor ihm! Ein Mann, der sein Heim mit den Opfern ungelöster Mordfälle teilt und das scheinbar „normal“ findet.

Ludwig Winther, der Vater von Esther, besucht Jakob Franck um ihn zu bitten den Selbstmord seiner Tochter von vor 20 Jahren nochmals zu untersuchen. Er glaubt nicht an einen Selbstmord. Ein Jahr nach dem Tod der Tochter bringt sich die Mutter um und Ludwig Winther findet keine Ruhe. Ludwig Winther ist ein Mann, der mit dem Leben gar nicht mehr zurecht kommt.

Jakob Franck führt lange Ermittlungsgespräche mit ehemaligen Mitschülern von Esther, Familienangehörigen und allen, die in den Ermittlungsakten aufgeführt sind. Diese Gespräche, eigentlich Verhöre, sind von eigentümlicher Art und Franck verlässt sich auf seine Gedankenfühligkeit – andere würden es Bauchgefühl nennen.

Ein durch und durch düsteres Buch.

Aber der Selbstmord-/Mordfall hat mich gefesselt und ich habe deshalb das Buch zu Ende gelesen. Das Ende (die Lösung des Falles) war für mich überraschend.

Eher ungewohnt (für mich) sind die vielen Semikolone im Text. Der Schreibstil gefällt mir, auch aufgrund der verkastelten Semikolon-Sätze, nicht so gut. Die seitenlangen Ermittlungsgespräche haben mich ermüdet – sie nahmen für mich zu viel „Platz“ im Buch ein.

Das Cover, gehalten in Grautönen, passt zum Buch.

Von mir bekommt das Buch 2 von 5 Sternen.

Ich habe das Buch über die facebook Seite des Verlages als Rezensionsexemplar erhalten.





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen