Freitag, 28. Oktober 2016

Tagebuch eines Ackers 2.3 - Aussaat und Knöllchenbakterrien

Gestern, am 27. Oktober, würde auf dem Ackerstück Winterweizen ausgesät (leider ohne Fotos - ich war nicht schnell genug).

Zu den Knöllchenbakterien hat mein Sohn etwas geschrieben:



Knöllchenbakterien

Pflanzen brauchen zum Wachstum, also zum Bilden von Blättern, Stängel usw. Eiweiß. Zum Aufbau von Eiweiß benötigt die Pflanze Stickstoff. Stickstoff ist in der Luft und im Boden zwar mehr als reichlich vorhanden (78%), allerdings in einer Form (molekularer Stickstoff N2) die für die Pflanze nicht verwertbar ist. Im Boden sind zwar für die Pflanze verwertbare Stickstoffverbindungen vorhanden, aber nicht sehr viele. Leguminosen (wie z.B. die Ackerbohne) sind mit den sogenannten Knöllchenbakterien eine symbiotische Verbindung (zusammenleben zweier Organismen zum Vorteil beider) eingegangen. Die Pflanze bildet durch Photosynthese Zucker, der dann in die Wurzel transportiert wird um die Knöllchenbakterien zu versorgen. Diese können dann durch komplexe enzymatische Prozesse den Stickstoff aus der Bodenluft (Luft in den Poren) „knacken“ und in für die Pflanze nutzbare Verbindungen wie Ammoniak (NH3) oder Ammonium (NH4+) umwandeln und der Pflanze dann zur Verfügung stellen. Dadurch muss man Leguminosen diese Verbindung nicht durch Düngung zuführen.

Die Knöllchenbakterien leben immer in kleinster Menge im Boden, aber für den Ackerbau meist nicht in ausreichender Menge. Es würden sich erst sehr spät genügend Knöllchenbakterien an der Pflanze ansiedeln um diese optimal zu versorgen. Abhilfe kann hier der Anbau einer Zwischenfrucht im Herbst vor der Aussaat leisten, die die vorhandenen Knöllchenbakterien vermehrt. Oder man impft das Saatgut mit den Bakterien. Diese kann man kaufen und muss sie erst ganz kurz vor der Saat auf das Saatgut geben (sie sind sehr lichtempfindlich). 
(Steffen Wolle) 

1 Kommentar:

  1. Super, da werde ich meinen Schülern gleich einen Link in ihren Lernordner legen hierher ... damit sie vielleicht endlich mal kapieren, dass Pflanzen keine Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen (so wie es auf jeder depperten Erdepackung steht ... uaaah)! LG Ingrid

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